Egal ob Instagram, YouTube, TikTok oder Snapchat: Die meisten von uns haben mindestens eine dieser Plattformen schonmal genutzt. In vielerlei Hinsicht bieten sie eine Bereicherung für unseren Alltag. Doch ist das nicht nur der Fall; welche Chancen und Risiken Social Media mit sich bringt und wie unsere Schule damit umgeht erfahrt ihr in diesem Artikel.

Was versteht man unter Social Media und ab wann gehört eine Plattform dazu?

Wichtig sind diese vier Kriterien, damit ein Forum sich Social Media nennen kann: Nutzerinteraktion, Öffentlichkeit, Vernetzung und Echtzeitkommunikation. Mit Nutzerinteraktion ist die Möglichkeit gemeint, Inhalte zu teilen, anzuschauen, zu bewerten und zu kommentieren. Öffentlichkeit steht dafür, dass hochgeladene Medien für jeden Nutzer zugänglich sind. Vernetzung heißt, dass man Freundschaften knüpfen kann und Follower sein und bekommen kann. Unter Echtzeitkommunikation versteht man das schnelle Teilen von Inhalten, welches in Echtzeit geschieht.

Chancen der sozialen Medien

Social Media ermöglicht uns, unsere Kreativität und Talente zu entfalten und auszuleben, indem wir diese mit einer großen Bandbreite an Publikum teilen können. Diese Möglichkeit zur Selbstdarstellung fördert nicht nur unsere Kreativität, sondern hilft uns auch neue Talente zu entwickeln. Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Vernetzung und der Austausch, sowohl mit Gleichgesinnten, als auch mit anders Denkenden. Durch den Kontakt zu so einer vielfältigen Reichweite erweitert man seinen Horizont enorm und lernt neue Menschen und Kulturen kennen. Dies ist sehr wichtig für eine offene und respektvolle Gemeinschaft, weil man lernt, dass es mehr als das gibt, was man kennt. Mithilfe der sozialen Medien ist es um einiges leichter Freundschaften zu knüpfen und in Kontakt zu treten. Man kann Beziehungen aufbauen, von denen man persönlich und beruflich profitieren kann.
Oft kommt es auf Social Media zu politischen und gesellschaftlichen Debatten, zu denen man seinen Teil beitragen kann. Man lernt so eine Menge neuer Meinungen und Ansichten kennen und lernt gleichzeitig seine eigene zu vertreten. Auch dieser Austausch hat eine große Bedeutung für ein tolerantes Zusammenleben, solange man förmlich und höflich bleibt.
Ein weiterer Vorteil ist das breite Gebot an Informationen und Wissen, von dem Nutzer profitieren können. Auch viele Nachrichtensender haben Social Media Profile, auf denen man sich informieren kann. Dies hat jedoch einen Haken, zudem wir später noch kommen.
Auf Plattformen wie Instagram und Facebook kann man seinen Idolen und Vorbildern folgen, was für Motivation und Inspiration sorgt. Wenn man ihre Errungenschaften und Erfahrungen sieht, kann man motiviert werden seine Ziele zu verfolgen. Aufgrund der großen Menge an Nutzern und Inhalt ist es nicht schwer Inspiration zu finden. Inspiration ist gerade für jüngere Menschen wichtig, um neue Talente zu entdecken und kreativer zu werden.

Risiken im Netz

Diese Inspiration kann aber leicht zu Druck werden. Auf Instagram und Co scheinen die Leben von Influencern oft perfekt und aufregend. Viele Nutzer, insbesondere jüngere, vergleichen sich dann mit diesen Personen und versuchen ihren Standards und Idealen zu entsprechen. Da Influencer nur die schönen Momente teilen und vieles auch inszenieren und fälschen, kann man so ein Leben quasi nicht nachahmen. Diese Enttäuschung geht oft von Druck über zu Depressionen, weil man sich minderwertig und schlechter als die „perfekten“ Models in den sozialen Medien fühlt.
Da jeder Zugriff auf soziale Plattformen hat, ist es einfacher als je zuvor, sogenannte Fake-News, also Falschinformationen, zu verbreiten. Daher ist Social Media als einzige Informationsquelle oft nicht sicher. Bei den Profile von öffentlich-rechtlichen Nachrichtensendern (z.B. Tagesschau und zdf heute) sollte man aber bedenkenlos Nachrichten konsumieren können.
Allein durch den Login bei sozialen Plattformen, als auch durch das Posten auf diesen gibt man viele persönliche Daten preis, die von dem Unternehmen an Dritte weiterverkauft werden können oder von anderen Nutzern eingesehen werden können.
Ein große Gefahr von Social Media ist die Suchtgefahr. Durch ausgeklügelte psychologische Tricks halten uns die Unternehmen, die hinter den Plattformen stecken so lange wie möglich auf ihren Apps. Mit Algorithmen, die uns ermöglichen, immer das zu sehen, wofür wir uns interessieren. Auch die Scroll-Funktion bei zum Beispiel TikTok oder Instagram Reels helfen, uns so lange wie möglich auf der App zu behalten, weil der nächste Dopamin-Kick nur einen Swipe entfernt ist. Ein weiterer Trick sind die Flammen, die es bei Snapchat gibt, um einen Anreiz zu geben, die App jeden Tag zu benutzen.
Eines der größten Probleme von Social Media ist die die hohe Cybermobbing Gefahr. Es ist um einiges leichter jemanden virtuell zu mobben, als in echt, weil man zum einen anonym bleiben kann und zum anderen das Opfer sich viel schlechter wehren kann. Laut der Studie Cyberlife IV sind mehr als 1,8 Millionen Schülerinnen und Schüler von Cybermobbing betroffen.

Social Media ist also eine gute Möglichkeit, seine Persönlichkeit zu entfalten, seiner Kreativität freien Lauf zu lassen, Neues zu lernen und mit anderen in Kontakt zu treten. Jedoch muss man sich der gefahren bewusst sein und sie so gut es geht meiden. Doch wie geht unsere Schule eigentlich mit Social Media und Cybermobbing um?

Was unsere Schule tut

Auf der Homepage der KTS unter dem Unterpunkt Medienscouts heißt es: „Damit Schülerinnen und Schüler digitale Medien und Netzwerke selbstbestimmt, kritisch und kreativ nutzen zu können, bedarf es Begleitung, Qualifizierung und Medienkompetenz. […] Diese Aufgabe erfüllen in ganz NRW die Medienscouts.“ (Medienscouts | Kaiserin-Theophanu-Schule Köln) Eine der Aufgaben der Medienscouts ist es also, jüngere Schülerinnen und Schüler in der Nutzung von sozialen Medien aufzuklären. Zudem war geplant, dass die Medienscouts die Lehrer an pädagogischen Tagen zu Social Media und Cybermobbing weiterbilden. Dies musste aber wegen Corona ausfallen. Eine weitere Maßnahme war das Präventionstheater „r@usgemobbt“ das auf Cybermobbing aufmerksam gemacht hat und mit den jüngeren Schülern darüber gesprochen hat.